Nacht 7 in Pfronten – Auf den Breitenberg im Mondschein – Sonnenaufgangswanderung

Ursprünglich dachte ich, ich bleibe nach der Pension noch ein paar Tage mit dem Backpack im Berg. Es wurde mir empfohlen, es nicht zu machen. Mein Gepäck war sowieso schon zu schwer (im Nachhinein habe ich bestimmt 60% Gepäck an warmen Klamotten nicht gebraucht, aber es hätte auch anders kommen können). Jedenfalls hatte ich meinen Dosenkocher und anderes Outdoor-Zeugs dabei. Unter anderem auch die Stirnlampe ;). Als ich mich für Pfronten zuhause vorbereitet habe, reifte die Idee, den Sonnenaufgang auf dem Berg zu erleben. Dies wollte ich bereits gestern Nacht erleben, doch ich hatte ausreden gefunden 😉 (Sonntags machen das sicher mehrere, Es ist sehr kalt und feucht,.. usw).

Heute Nacht gab es aber keine Ausrede. Um 3.30 Uhr vibrierte der Wecker. Es ging los. Fenster auf und es war wieder frisch und ein klarer Himmel. Gut eingepackt, Akkus, Speicherkarte,.. usw alles vorher gerichtet, ging es um 4.30 mit dem Rad runter durch das Dorf zur Talstation Breitenberg. Den Weg habe ich mir vorher zusammengebaut und auf das Handy / Uhr übertragen. Ich wollte nicht, wie vor einigen Tagen, durch die Klamm bergauf, sondern den direkten Weg wandern.

Als es von der Talstation los ging, wurde ich nach 2 Minuten von der Dunkelheit verschluckt. Stockdunkel war es. Der Himmel wunderbar klar und die Luft sehr rein. Die Sterne funkelten um die Wette. Völlige Ruhe!

Da ich den Berg und den Weg nicht kannte, war mir auch etwas mulmig. Ich merkte schnell, dass man bei Nacht sehr auf den Weg aufpassen muss. Ein unkonzentrierter Moment und man verpasst die Abzweigung. Ab und zu hörte ich ein Kuhgebimmel, doch sonst hörte man nur das Knirschen meiner Schuhe auf dem Weg. So ging es am Anfang auf dem Forstweg, später auf kleinen Trails bergauf. Kalt wurde mir nicht, denn es war anstrengend. Das ursprüngliche Ziel, den Aggenstein, habe ich mir offengelassen (ich war 1h vor Sonnenaufgang am Berg, hätte es also geschafft). Doch die Erinnerung an den beschwerlichen Aufstieg mit Steighilfen und Drahtseil alleine und nun bei feuchtem Stein und nassem Graß war mir nicht so geheuer. So bin ich gegen 5 Uhr oben auf dem Breitenberg angekommen und habe mir ein schönes Plätzchen gesucht. Es wurde langsam etwas heller. Nach einigen Minuten merkte ich, dass es ohne Bewegung doch recht schnell frisch wird. Nachdem ich einen Kaffee auf meinem Dosenkocher gemacht und die Klamotten gewechselt hatte, konnte ich das Schauspiel des Sonnenaufgangs genießen.

Wie sich die Farben ändern und wie schnell es dann doch geht, bis die Sonne über die Gipfel kommt.
Danach das tolle Licht… traumhaft.

So habe ich dann zwei Stunden hier oben verbracht und dann mein Zeug zusammengepackt. Es ging zur Bergstation, wo ich auf die erste Gondel um 9 Uhr bei Milchkaffee wartete. Als ich um 9.30 in der Pension angekommen bin, gab es Frühstück und dann ging es in’s Bett 😉

Schon lustig, wenn man die ersten Wanderer um kurz nach 9 Uhr an der Kasse der Talstation sieht, die frisch und unternehmenslustig auf den Berg fahren möchten, und du kommst gerade kaputt und müde an der Talstation an.

 

 

Paddy

Offenburger Naturfreund und IT'Ler. Immer auf der Suche, etwas Neues zu bäschdle 😉

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