Westweg – Etappe 1 – Von der Alexanderschanze zum Harkhof

Vorwort

Westweg?! Wie kommt man bitte als Biker dazu?

Da waren mehrere Umstände verantwortlich.

Die Deutsche Bahn beschränkte die Mitnahme vom Radel durch ihre Tunnel-Missere in Rastatt (Schienenersatzverkehr – Der Bus nimmt keine Räder mit). Ziel war der Moselradweg. Gegen Norden konnte ich somit nicht. Richtung Osten mit dem Rädel zum Bodensee war wegen eines weiteren Schienenersatzverkehrs zwischen Offenburg und Hausach auch nicht möglich und so bin ich etwas planlos gewesen, was ich machen könnte.

Zufällig habe ich zwei Wochen vor meinem Urlaub von Komoot eine Mail zum Westweg im Schwarzwald erhalten. Und das ist irgendwie im Kopf hängen geblieben, sodass ich mir eine Liste möglichen Pensionen zum Übernachten erstellt habe. Als am Montag klar war, dass ab Mittwoch das Wetter gut wird, habe ich alle Pensionen angerufen und mich angemeldet.

Die Pensionen habe ich von www.westweg.info bzw. über GoogleMaps herausgesucht.

Da das alles recht “spontan” war, habe ich mir dann nach dem Buchen der Pensionen ein paar  Gedanken gemacht, wie das so sein wird, wenn man 7 Tage alleine im Wald stiefelt,.. Joah,.. Etwas mulmig war mir schon. Ich kenne es zwar, da ich sehr oft im Wald alleine mit dem Bike bin, aber “Tagelang” ? Dann stand da irgendwo was mit “Alpiner Erfahrung” ?

Ein vorheriges “Studieren” von Büchern / Webseiten zum Westweg habe ich aus genannten  Zeitgründen gespart 😉 . Es ging einfach los.

Routenplanung

Den Start des Westweges habe ich extra ab der Alexanderschanze geplant, da man nach Bad Griesbach wunderbar mit der OSB-Bahn kommt und die ersten beiden Strecken zum Einlaufen nur ca. 18 km lang sind. Mein “Notfallplan” war, dass ich in Hausach oder in Titisee abbrechen und mit der Bahn zurückfahren kann,…

Die Touren habe ich via GPX Dateien auf das Handy geladen (offline) und somit keine Papierkarte benötigt (Die könnt ihr von mir über Komoot runterladen – siehe die Karten in meinen Beiträgen).

Die Beschilderung war auf dem kompletten Westweg vorbildlich gemacht! Ich hätte vielleicht zweimal auf das Handy schauen müssen, hätte ich nicht die letzte Tour über den Feldberg etwas angepasst. Man findet  in Abständen von 100-200 Meter immer die nächste rote Raute, das Zeichen des Westweges.

Westweg

Ohne ständig auf das Handy / die Karte zu schauen, ist es ein ganz anderes Wandererlebnis und man kann mit allen Sinnen (vor allem auch die tollen Gerüche von Holz, Laub, Fichten, Erde,..) den Schwarzwald richtig genießen.

Die Etappe 1 – Von der Alexanderschanze zum Harkhof

Los ging es bei Sonnenschein in Offenburg mit dem OSB Bähnle nach Bad Griesbach. Nach einer einstündigen Zugfahrt  bin ich zu Fuß die ersten 2 km entlang der Straße Richtung Alexanderschanze gelaufen. Ausgerüstet mit einem Schildchen, wollte ich nach oben “trampen”. Das hat auch geklappt 🙂 Ein Missionar aus Mexiko war so freundlich und hat mich mit seinem Auto zur Alexanderschanze mitgenommen. Als wir oben angekommen sind, war es vorbei mit Sonnenschein. Der Himmel war bewölkt und es war frisch. Nebelschwaden zogen durch den Wald und die Nadeln der Fichten waren voll mit dicken Regentropfen.

Rucksack auf, “Ich war da – Stempel” geholt (noch nicht verstanden warum) und dann begann um 13 Uhr die “Reise” auf dem Westweg. Die erste Etappe zum Harkhof. Bedingt durch den Nebel und den Regen vom Vortag, ging es in den matschigen Wald über Stock und Stein, rutschige Wurzeln und durch Pfützen. Der Weg schlängelt sich anfangs oberhalb der Straße und verschwindet dann komplett im Wald. Zur Rechten sieht man anfangs den Buchkopfturm und auch das Renchtal. Nach einer einer Weile im Nebel erreichte ich den Glaswaldsee – wie ich nun gelernt habe, ist das ein Karsee (Wiki). Vor zwei Jahren war ich mal unten am See (Dazu gibt es auch einen Beitrag hier im Blog) als er ziemlich leer war. Dieses mal war er bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Ein kurzer Blick hinunter in das schwarze “Auge” und weiter ging es einen steinigen rutschigen Weg bergauf. Den Moosturm habe ich auch einmal in der Entfernung gesehen aber sonst war ich in einem für mich unbekanntem Gebiet. Das schöne Wetter konnte sich trotz Vorhersage und Sonnenschein in Offenburg am Berg nicht durchsetzen und so war es mit dem Forografieren auch nicht so einfach. Unterwegs habe ich 4 Wanderer getroffen und den ersten “Schnack” gehalten. Bedingt dadurch, dass jeder unterschiedlich schnell läuft, sind die “Treffen” von kurzer Dauer. Und dann war auf einmal ein Steinportal am Weg vor mir. Beim näheren anschauen bemerkte ich, dass die Dinger für den Westweg sind 🙂 . Das war somit mein erstes Westweg-Portal, welches ich “legal” durchlaufen habe. Und dann habe ich das auch mit dem Stempel verstanden,  den ich vor lauter Freude vergessen habe 😀 (später habe ich erfahren, dass dieser Stempel nicht funktioniert hat). Nach ca. 3 Stunden bin ich am Harkhof abgekommen. So in etwa plante ich, wird die erste Etappe dauern. Unterwegs trifft man ab und zu Wanderer und je später der Abend, desto mehr Wanderer kehren am Harkhof zum übernachten oder Essen ein. Dort kommt man dann ins Gespräch. Dabei hörte ich heraus, dass es am Dienstag war es wohl sehr regnerisch und Neblig war, denn mehrere Leute haben sich darüber unterhalten. Als Abendessen gab es bei mir Speckeier und eine Bauernwurst.

Der Knaller des Mittwochs waren die Männer vom Tisch gegenüber. Einer hatte eine Vesperplatte und meinte dann: Hmpf.. Das war kein Käse. Er hatte das komplette Stück Butter im Mund,.. Der komplette Raum hat gelacht 😀 .

Gegen 19 Uhr kam sie dann doch! Die Sonne schaute in den Essensraum und bescherte uns dann einen wunderbaren Sonnenuntergang (wenn man das so nennen kann, da die Sonne hier viel früher hinter dem Berg verschwindet, als am Rhein).

Das war es vom ersten Tag. Morgen geht es weiter nach Hausach.

Route

Fotos

Paddy

Offenburger Naturfreund und IT’Ler.
Immer auf der Suche, etwas Neues zu bäschdle 😉

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