Zwei Tage Schneeschuhwandern am Feldberg, Altglashütten, Schluchsee und in Hinterzarten

Der Winter ist im Hochschwarzwald da 🙂

Das Schnee-Wochenende begann mit einer tollen Nacht, denn um 4.45 Uhr bin ich aufgewacht und das war es dann mit schlafen. Eigentlich sollte mich der Wecker um 7 Uhr wecken. Ich habe dann die restlichen Sachen für die Wanderung gerichtet und Proviant wie Tee und Brötchen gerichtet.

Um 9 Uhr fuhr die Rheintalbahn von Offenburg los, sodass ich um 11.30 am Feldberg / Haus der Natur angekommen bin.

Interessant war die Schneefallgrenze. In Kirchzarten war von Schnee weit und breit noch nichts zu sehen. Erst kurz nach dem Hirschsprung an der Ravenna Schlucht begann die weiße Pracht. Der Himmel war bis Bärental frei von Schneewolken, doch dann wurde die Sicht mit jedem Höhenmeter geringer.

Meine erste (für dieses Wochenende) geplante Schneeschuhwanderung führte “traditionell” durch das “Tor zum Höchsten” rauf zum Feldberggipfel über die Zeiger-Abfahrt, welche gen Todtnau führt. Dort war nach längerem wieder ein lilafarbenes Schneeschuh-Schild, doch der Weg über einen kleinen Bach in das Wäldchen ohne Sicht zu nächsten Schild kam mir nicht so vertraut vor. Etwa 15m weiter fand ich eine passende Stelle, bei der ich gut zwischen den die Bäumen durch gehen konnte. Diesen Weg habe ich mir selbst gemacht (es waren noch alte Skispuren vorhanden, sonst war ab hier keine Menschenseele unterwegs) und es ging steil bergauf durch Tiefschnee. Als Tipp: Im Winter nie ohne GPS laufen! Den Weg (vor allem im Nebel) bin ich später ohne Sicht nur nach meiner Aufzeichnung gelaufen.

Kurz nach dem Wäldchen wurde es um mich richtig weiß, denn der Wind wurde heftiger und die Sicht betrug vielleicht 30 Meter. Der Rest wurde verschluckt. Ich hatte zwar noch eine Orientierung und wusste, ich muss bergauf .. aber trotzdem wird einem mulmig, wenn man komplett auf sich gestellt ist und nicht mehr sieht, wo man ist. So bin ich nun eine Weile blind vor mich hergestapft. Bei Tiefschnee pummert das Herzle ordentlich 🙂 . Eine kleine Pause um mich umzusehen und als ich wieder nach vorne schaute, bemerkte ich, dass vor mir das Weiß etwas dunkler war. Einige Meter weiter, erschien der Feldbergturm plötzlich vor mir. Noch immer war es Menschenleer. Der ordentlicher Sturm mit vielen Schneekristallen und einigen heftigen Böen haben mich einmal fast umgeworfen. Ich habe Schutz im Windschatten des Turms gesucht und dann überlegt, ob ich nicht abbrechen soll. Ich kenne zwar das Gebiet aber es war einfach nichts zu sehen. Es kam mir vor wie auf einer Expedition in der Arktis 🙂 . Hier oben gegen die Naturgewalt ist schon was anderes als bei Schönwetter den Westweg genießen 🙂 . Ich entschied mich trotzdem, die Tour fortzusetzen. Zumal mir warm war und meine Klamotten den Wind gut abgewehrt haben. Das nächste Ziel war nun die Wetterwarte des DWD hinten am Feldberg. So ging es langsam vorwärts gegen den Wind und ohne Sicht. Vorbei an fast verschwundenen Straßenschildern.

Wer den Weg kennt weiß, dass das ein Stückle ist, bis man hinten ankommt. Es waren weitere 30 Minuten ohne Sicht und als Orientierung diente nur das GPS … das war schon ungemütlich.

Auch hier kam dann endlich zuerst der Funkturm und dann das Wetterhäusle zum Vorschein.

Dem Wind ausgeliefert, bin ich nach Gefühl weiter Richtung Stübenwasen hinten runter gewandert. Als es nun einige Meter bergab ging, klarte der Himmel auf. Querfeldein durch weichen Tiefschnee ging es den Hang hinunter. Weicher tiefer Pulverschnee, keine Kühe, nur Bäume, Schnee und einer, der in Schneeschuhen “rum stapft”  🙂 . Das war der schönste Moment auf dieser Wanderung.

Nach weiteren 20 Minuten bin ich an der Todtnauer Hütte angekommen und konnte mich mit Gulaschsuppe stärken.

Ab hier verläuft der Schneeschuh Wanderweg auf dem normalen Wanderweg. Es ging Richtung Feldberg / Haus der Natur zurück. Am Ende ging es nochmal in den  Tiefschnee durch das Wäldchen und hier bin ich dieses Mal auch nach den Schildern (die ich gefunden habe) gelaufen 😉 . Es hat geklappt, auch der Sprung durch / über den Bach 😉

Das war die erste Tour.

Mit dem Bus ging es vom Feldberg dann zurück nach Bärental und dort mit der Bahn nach Altglashütten-Falkau.
Im Hotel habe ich kurz eingecheckt und bin dann los, um zweite Tour für heute um den “Windgfällweiher” zu machen.

Laut Hoteldame braucht man 30min… Das war mir klar, dass das man 4km im Schnee nicht machen kann.

Ich habe 1h im Tiefschnee gebraucht und bin nicht langsam gelaufen.
Die Dunkelheit hat mich dann auch erwischt. Damit hatte ich aber gerechnet ;-).

Zurück im Zimmer bin ich eingenickt und zufällig aufgewacht. Beinahe hätte ich das 4 Gänge Menü verpasst 😉
Sehr lecker war es – es gab mit Salat und Hirschschinken, Kürbissüpple, Spätzle und Gemüse mit Schweinefilet und zum Abschluss Crème brûlée.

Am Samstagmorgen ging es nach einem ordentlichen Speckeier-Frühstück mit dem Konus Bahnkärtchen zum Schluchsee, den der Jägersteig als Schneeschuhvariante war heute die erste Tour.

Am Schluchsee angekommen, ging es den Fahrradweg entlang zum Jägerpfad. Der Jägerpfad ist super ausgeschildert. Schön angelegt, schlängelt sich dieser Weg zwischen Bäumen mit tollen Aussichten gen Schluchsee.

Es war die schönste Schneeschuhwanderung vom Wochenende – ein Genuss. Teilweise war ich heute der Erstbegeher im Tiefschnee. Das hat ordentlich Kraft gekostet 😉

Man lief immer wieder auf schmalen Wegen, sah tolle schneebehangene Bäume, es gab massig Pulverschnee und um mich herum eine völlige Ruhe. Das Knistern meiner Schneeschuhe, ein paar Vögel und Rehspuren waren hier. Sonst nichts – genial!

Bei der Route oben habe ich leider den Anfang (Punkt (B) auf der Karte) nicht aufgezeichnet. Die Aufzeichnung beginnt ab der Schutzhütte. Der Weg geht von Punkt (B) entlang der schwarzen Linie (S2 steht in der Mitte) und es sind ca. 5km. Alternativ die “geplante Route vom Schwarzwaldverein”

Vom Schluchsee ging es mit der Bahn zurück gen Heimweg nach Hinterzarten. Das war die vierte und letzte Schneeschuhwanderung. Zu Beginn der Tour (ich bin gegen den Uhrzeigersinn gelaufen) war es sehr schlecht ausgeschildert. Ohne GPS und “theoretisch müsste es dort sein” war der Weg anstrengend. Nach dem ersten Drittel wurde dann die Beschilderung gut bis kurz vor Schluss.  Auch hier haben nach dem Rodelhang Schilder bzw. einige Markierungspfosten gefehlt.

Nun hat es mir für heute gereicht.

Zwei Tage und vier Schneeschuhwanderungen um die 20km – ich bin nun bissle müde.
Die Augen hängen etwas tiefer. Die Beine sind aber noch fit und ich habe gehört, Sonntag geht’s nach Grindelwald – boarden 🙂

LG
Pat

Paddy

Offenburger Naturfreund und IT'Ler. Immer auf der Suche, etwas Neues zu bäschdle 😉

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