Kurzurlaub im Hochschwarzwald – Wanderung von Freiburg über den Schauinsland nach Todtnau, zum Herzogenhorn und zum Feldberg

In der letzte Woche bin ich für drei Tage in den Hochschwarzwald. Als klar war, dass das Wetter stabil und sonnig bleiben sollte, habe ich am Dienstag mein Säckli gepackt. Es ging gegen 10 Uhr nach Freiburg, mit dem Ziel, am Donnerstag auf dem Feldberg anzukommen. Die Tour habe ich als 3 Tageswanderungen von jeweils 14-17 km geplant, da ich mein Backpack usw. zu tragen hatte.

Dienstag:

Start war in der Nähe vom Schützen bei der Zufahrtsstraße zum Waldsee. Einwandfrei ausgeschilderte Wege leiteten mich zum Kybfelsen. Im schatten der Bäume ging es bergauf. Den Temperaturunterschied zu Freiburg habe ich nicht wahrgenommen. Am Kybfelsen angekommen, konnte ich wunderbar auf der Panoramabank verweilen. Hier hatte ich ein nettes Gespräch mit einem jungen belgischen Pärchen, die auch zum Feldberg wollten. Wir haben uns über die geplante Tour unterhalten und so zusammen die Pause verbracht.

Es ging weiter auf den Schauinsland. Das war ein schweres Stück Arbeit. Seit Freiburg hatte ich schweres Gepäck auf dem Rücken. Funktionierende Brunnen gab es unterwegs leider keine. Bei Temperaturen über 30 Grad kann ich nur empfehlen, mit mindestens 3 Liter pro Person zu wandern.

Unvorhergesehen waren z.B. Waldarbeiten nach dem Kybfelsen. Die Strecke wurde über einen kleinen Umweg zum Sohlacker umgeleitet, den ich auch durch das Biken bereits kannte. Kurz darauf, nach dem “Badisch Moonrising Trail” vom MTB Verein Freiburg, wurde der Weg unbekannt und ich konnte einiges entdecken.

Es ging weiter auf 1284 Meter hoch. Vorbei an tollen Felsformationen und unberührter Natur, denn die Waldwege wurden immer schmaler und der Wald immer bewachsener. Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass es mit dem Gepäck sehr anstrengend wurde. Das schlimmste Stück war das Ende, bei dem man mehrfach die Straße querte.

Endlich oben angekommen, war noch genügend Zeit, um im Restaurant einen Straßburger Wurstsalat mit einem Bierchen zu bestellen. Ab 18 Uhr wurde die Bergstation inkl. Restaurant und Toiletten geschlossen. Das sollte man beim Planen beachten (ich hatte Glück 😉 )

Nun ging es zum Turm, wo ich den Sonnenuntergang genießen konnte.

Mittwoch:

Piep, piep, piep.. und ich war wach 🙂

Der Sonnenaufgang war fantastisch. Ein intensives Sonnenrot, das den Schwarzwald begrüßte. Ein tolles Highlight hier oben auf dem Turm. Die Pferde und Kühe im Hintergrund, die beruhigend das Graß am Boden rupften, rundeten das perfekte Panorama ab.

Gegen 9.15 Uhr bin ich wieder zur Bergstation und habe die Wasservorräte aufgefüllt.
Motiviert ging es nun Richtung Todtnau / Hasenhorn Turm. Die Müdigkeit vom Vorabend durch den schweren Aufstieg war wie weggeblasen. Das erste Stück des Weges ging parallel zur Straße nach Todtnau. Da es noch früh war, sind nur sehr wenige Autos Unterwegs gewesen. Ein wunderbarer Blick über das Dörfchen Hofsgrund und den Feldberg zur Linken sowie nach dem Überqueren der Straße zur Rechten der Blick Richtung Rheinebene / Müllheim werden hier oben serviert. Hier und da ein paar Kühe, Obstbäume, wilde Beeren, die zum Naschen einladen und kaum Wanderer :-). Kurz darauf taucht man in den Wald ein und wandert durch kaum genutzte Wege, bei denen man den Eindruck hat, hier ist noch nie jemand durch. Es blüht, summt und piepst überall – traumhaft.

Nach ca. zwei Stunden musste ich erneut die Straße kreuzen, um auf die andere Talseite Nähe Muggenbrunn zu kommen. Der Weg führte steil bergauf Richtung Todtnauberg. Oben angekommen, konnte ich schon Todtnau und das Hasenhorn / den Hasenhornturm sehen. Nach einer weiteren Pause mit Kaffee ging es zum nächsten Highlight: die Todtnauer Wasserfälle.

Durchgeschwitzt in das Wasserfall-Becken zu hopsen, war super. Viele Familien mit Kinder haben auch diese Gelegenheit genutzt, in dem eisigen Wasser zu planschen.

Ab hier ging es nur noch bergab nach Todtnau. Nach dem Abendessen bin ich auf das Hasenhorn. Oben hat mich leider ein spontanes Gewitter erwischt. Da nach dem ersten Gewitter aus Richtung Schauinsland wieder dunkle Wolken kamen, bin ich wieder ins Tal und habe in einer Pension geschlafen.

Donnerstag

Gemütlich und gut gefrühstückt, lag die letzte Etappe Richtung Herzogenhorn und Feldberg vor mir. Ich musste die Wanderroute umplanen, da ich eigentlich von dem Hasenhorn weiter laufen wollte. Deshalb konnte ich den Morgentau im Gegenlicht sowie das riesigen “Schwert” im Wald über Todtnau sehen. Das Schwert ist mir noch nie aufgefallen. Auch entdeckt man (wie am Schauinsland) hier und da ein Bergstollen, der hinein in die Dunkelheit führt.

Der Weg ging wieder steil bergauf. Das Herzogenhorn liegt auf 1.415m. Unterwegs habe ich ein paar Waldarbeiter getroffen und diese nach ihrem Lieblingsweg zum Herzogenhorn gefragt. Statt zum Prägbach-Wasserfall habe ich deshalb die obere Route gewählt. Ich dachte zwar “schade”, doch nach einiger Zeit wurde es mir klar: Man kommt aus dem Wald und blickt auf eine riesige Wiese mit einem kleinem Bachlauf. Überall wachsen bunte Blumen. Bienen, Hummeln und Grillen tummeln sich um den besten Nektar. Eine Sitzgelegenheit mit einem Schnappshäuschen war auch für mich da 😉 . Somit gab es hier spontan ein zweites Frühstückchen. Ein traumhaftes Plätzchen zum Verweilen.

Ein Stündchen später ging es gen Herzogenhorn. Mittlerweile begegnete ich mehreren Wanderer und eBikern. Man merkt, dass der Gipfel nicht mehr weit sein kann.

Die letzten zwei Kilometer waren mir durch die Schneeschuhwanderung im Frühjahr bereits bekannt. Neu war mir, dass der Fuß am Herzogenhorn sowie weitere Teile mit Blaubeerbüschen bewachsen ist. Mit blauen Fingern 😉 am Herzogenhorn angekommen, war es vorbei mit der Ruhe. Dies war auch so, als es zum Feldberg ging. Menschen von allen Ländern wuselten hier umher und so bin ich mit der letzten Gondel bergab und gegen 17.30 Uhr mit dem Bus und Zug wieder in die Heimat gefahren.

Der Bus hatte keine Klimaanlage und es gab im Höllental stau. Genau hier merkte man dann deutlich den Temperaturunterschied zwischen Hochschwarzwald und Rheintal. Gefühlte 10 Grad mehr drückten auf uns (laut Wetter-App waren es 7 Grad).

Die Tour kann ich wärmstens empfehlen. Sie verläuft fernab von Massentourismus (bis Herzogenhorn/Feldberg) durch eine wunderbarer Natur und ist für ein “Kurzurlaub” super geeignet. Nur sollte man beachten, dass es in sehr kurzer Zeit Wetterumschwünge geben kann. Das Gewitter am Mittwoch bildete sich innerhalb 30 Minuten.

Toll waren auch die Begegnungen. Zum Beispiel die Belgier am Kybfelsen, die zwei Studenten beim Sonnenuntergang auf dem Schauinsland, am Morgen der Mann aus Dresden, der nette Vermieter der Pension in Todtnau, die arabische Familie am Feldberg in der Gondel, andere Backpacker aus Spanien im Bus nach Freiburg,…

Die Etappen

Paddy

Offenburger Naturfreund und IT'Ler. Immer auf der Suche, etwas Neues zu bäschdle 😉

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